Was ist das, eine Patellaluxation kurz PL genannt?

Patellaluxation (lat. Luxatio patellae) bedeutet: Verschiebung der Kniescheibe…..

Hierbei unterscheidet man eine traumatisch bedingte Luxation (z.B. durch Unfälle oder äußere Gewalteinwirkung) von der angeborenen.
Eine durch einen Unfall hervorgerufenen Luxation hat auch meistens weitere Schädigungen wie Bänderrisse oder Meniskusschäden zur Folge.

Bei einer angeborenen Patellaluxation kommen mehr pathologische Deformierungen und dadurch entstehende Funktionsstörungen zum tragen.

Die Patella ist ein kleiner Knochen der sich im unteren Teil des Oberschenkelknochens in dem so genannten Rollkamm (einer kleinen Rille) befindet. Bei Bewegungen der Hinterbeine wandert die Scheibe in der Rille auf und ab.
Ist nun die Rille z.B. nicht tief genug kann es passieren, dass die Patella „rausrutscht“. Vielleicht ist die Kniescheibe aber auch zu groß und passt nicht richtig in die Rille, dann kommt es vor, dass die Scheibe keinen optimalen Halt findet.
Eine häufige Überdehnung der Sehnenbänder führt besonders in der Wachstumsphase dazu, dass sich die Bänder nicht genug straffen. Der nötige Halt kann somit nicht gewährleistet werden.

Eine Luxation kann sowohl medial (also mittig) stattfinden, wie auch lateral (seitlich).

Unterschieden wird in 5 Gradeinteilungen: 

Grad 0: Die Patella kann in keiner Position vollständig aus dem Sulcus trochlearis gedrückt werden.

Grad 1: Die Patella kann durch Druck leicht luxiert werden, springt jedoch spontan wieder in den Rollkamm zurück.

Grad 2: eine häufige Patellaluxation, vielleicht zeitweise auch permanent auftretend, jedoch ist die manuelle Reluxation spontan möglich.

Grad 3: Die Patella kann durch Druck von außen wieder in ihre reguläre Position verschoben werden, sie luxiert allerdings bei nachlassen des Drucks wieder.

Grad 4: die Patella ist permanent luxiert, eine Reposition in ihre alte Stellung ist nicht möglich.

Bemerkt der Hundehalter eine Patellaluxation?

Meistens ist es selbst für einen Laien möglich die Anzeichen richtig zu deuten. Der Hund hebt beim Laufen plötzlich ein Bein und läuft auf 3 Beinen weiter. Hierbei könnte es sich um eine Luxation handeln, der Hund hebt instinktiv sein Bein und wartet darauf, dass die Patella wieder von selber in die richtige Position springt. Man bemerkt beim Hund keinerlei Schmerzreaktionen, jedoch sollte bereits jetzt gehandelt werden, denn die PL bessert sich in der Regel nicht von selber. Im Gegenteil die Luxationen nehmen eher zu.

Häufig macht sich eine PL erst im Junghundestadium bemerkbar, die Medizin nimmt an, dass es beim Eintritt der Geschlechtsreife zu einem Überschuss von Östrogen kommt. Ein Östrogenüberschuss begünstigt eine Bindegewebeerweichung, was eine bis dato unbemerkte PL Disposition verschlimmern kann. Auch Schwangerschaft und Läufigkeit einer Hündin stellt ein erhöhtes Risiko dar, denn durch die Hormonumstellung kann es auch hier zu Patellaluxationen kommen.

Was bedeutet es für die Zucht?
In Anbetracht der Tatsache, dass Patella Luxation erblich ist, versteht es sich von selbst, dass betroffene Hunde im Verband Deutscher Kleinhundezüchter e.V. nicht zur Zucht verwendet werden dürfen.

Leider werden nicht von allen Verbänden Untersuchungen vorgeschrieben, oder es ist sogar erlaubt mit Hunden die PL Grad 1 oder auch 2 haben zu züchten.

Tierärzte appellieren mittlerweile an verantwortungsvolle Züchter und plädieren für Zucht ausschließlich mit PL freien Tieren um die Befallsrate nicht noch weiter zu erhöhen.
Selbst bei Elterntiere, die laut Tierarzt komplett PL frei sind besteht immer noch die Gefahr der Weitervererbung. Denn auch hier ist ein Generationenübersprung möglich. Selbst bei größter Sorgfalt bleibt aber immer ein Restrisiko, die Natur ist eben nicht zu 100% vorhersehbar.

Worauf sollte man achten?
Lassen sie sich von ihrem gewählten Züchter die Untersuchungsunterlagen der Elterntiere zeigen.

Natürlich ist die Ernährung der Welpen ein wichtiger Punkt. Mangelernährung führt dazu, dass sich der Knorpel nicht richtig ausbilden kann.
Wie bereits erwähnt würde ständiges Überdehnen der Bänder Luxationen begünstigen. Aus diesem Grunde sind rutschige Bodenbeläge nicht empfehlenswert, die Beinchen der Welpen könnten hier ständig abrutschen, die Folge wäre eine Bänderdehnung.
Muskelaufbau entsteht durch Bewegung, Auslauf und Spielmöglichkeiten sind besonders wichtig.

Aber auch der zukünftige Halter kann viel falsch machen.
Es ist dringend darauf zu achten, dass der junge Hund eine optimale Ernährung erhält, Calcium kräftigt die Knochen.
Jedoch wäre auch zuviel Futter belastend für die Knochen, denn Übergewicht ist für keinen Hund  gut.
Auch Treppensteigen ist für das Tier nicht förderlich. Die Belastung für die Gelenke ist enorm. Auch ständiges Springen von erhöhten Positionen kann eine vorzeitige Gelenkschädigung begünstigen.
Regelmäßige Spaziergänge fördern den Muskulaturaufbau und das Wohlbefinden des Hundes.


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