Karakter und Eigenschaften:
Der Havaneser ist außergewöhnlich intelligent und durch seine stets wache Neugierde sehr leicht zu erziehen. Mit seinem offenen Wesen und seinem unwiderstehlichem Charme gewinnt er im Nu jedes Herz und wird sehr bald der Mittelpunkt jeder Familie. Er ist außergewöhnlich drollig und kameradschaftlich, liebevoll und fröhlich, deshalb ist er auch speziell Familien mit Kindern zu empfehlen, da er unentwegt mit ihnen spielen möchte. Der Havaneser ist sehr anhänglich und auf seine Familie bezogen und möchte deshalb am liebsten rund um die Uhr mit ihr zusammen sein.

                

Obwohl ein Zwerghund, ist er vom Charakter und seiner Konstitution her für jede Spielerische Kampftat zu haben.
Trotz seiner geringen Größe ist er robust, ausdauernd und bewegungsfreudig, passt sich aber im Verhalten und im Bewegungsbedürfnis seinem Menschen an. Er kann sich Zeitweise still zurück ziehen,tobt aber auch gern und ist auf Wanderungen gern dabei.
An Hundesportarten wie z.B. Agrility u.s.w. (Begleithunde- Prüfung) hat er viel Spaß.

Havaneser wurden in früheren Zeiten in sehr vielen Wanderbühnen und auch im Zirkus  angetroffen. Keinem anderen Hund konnte  man so leicht irgendwelche  Kunststückchen beibringen.

Was man weniger weiß ist, dass Havaneser auch ausgezeichnete Hüte- und Herdenhunde sind. In Kuba wurden sie sehr oft auf dem Kleinbauernhof für diese Tätigkeit eingesetzt. Von der Kuh bis hin zum Geflügel, alles wurde vom kleinen Havaneser gewissenhaft zusammengehalten. Aus dieser Anlage heraus versteht man auch leichter seinen unbestechlichen Hütetrieb.
Besucher werden gebührend angemeldet,  ohne  dies aber in hysterisches Dauerkläffen  ausarten zu lassen. Gegenüber  der Gefahr sind sie beherzt und mutig.

Besonderheiten:
Besonderes Augenmerk muss auf die Pflege des Haarkleides gerichtet werden. Sein seidiges Haarkleid verleiht dem Havaneser eine große Eleganz und außergewöhnliche Vornehmheit. Der Havaneser hat keinen saisonbedingten Haarwechsel.
Lose Haare werden bei der Pflege des Haarkleides durch Bürsten und Kämmen entfernt.

Im Welpenalter ist es zu empfehlen, den Havaneser täglich zu kämmen bzw. zu bürsten. So gewöhnt er sich gut daran und empfindet die Pflegeprozedur später als Streicheleinheit.
Beim Kämmen ist es ratsam, immer Stück für Stück vorzugehen. Es ist dabei unbedingt notwendig, immer bis auf die Haut vorzudringen. Wenn mann nur auf der Oberfläche kämmt, droht das untere Haar zu verfilzen.
Nachdem der junge Havaneser sich an die tägliche Pflege gewöhnt hat, reicht ein gründliches Bürsten und Kämmen alle zwei Tage bis zu einem Alter von ca. 2 Jahren.
Das Haarkleid befindet sich ca. bis zum 2. Lebensjahr in der Entwicklung und neigt oft zu Verfilzungen. Später genügt ein Bürsten und Kämmen einmal pro Woche.
Bei Havanesern, die zu Tränenfluss neigen, ist auf die Pflege der Augen zu achten. Um Verfärbungen zu vermeiden, die durch Tränenausscheidungen entstehen, werden die Augenwinkel und das Haar unter den Augen mit einem weichen, feuchten Tuch gereinigt.
Außerdem müssen die Haare zwischen den Fußballen regelmäßig nachgeschnitten werde.

Gesundheit:
Der Havaneser ist ein sehr robuster und lebenslustiger Kleinhund. Gesundheitsprobleme wie HD kennt er nicht.
Eine Veranlagung zu Kniescheibenluxation ist bei Kleinhunden vorhanden.
Die Hunde unseres "Verbandes Deutscher Kleinhundezüchter" werden vor ihrer Zuchtverwendung untersucht, um vorauszusetzen, dass nur mit gesunden Hunden gezüchtet wird.

Im Ausland traten Fälle von Katarakt auf. Um festzustellen, ob auch wir in Deutschland eventuell Probleme damit haben, wurde von der Zuchtleitung unseres Verbandes 1999 eine Augenuntersuchung für alle Havaneser- Zuchthunde gefordert.


FCI - Standard Nr. 250/ 09. 11. 2006 / D

HAVANESER
(Bichon havanais)

ÜBERSETZUNG : Dr.J.-M. Paschoud und Frau R.Binder. Überprüft durch Frau D.Czech.

URSPRUNG : Westliches Mittelmeerbecken; Entwicklung : Kuba.

PATRONAT : F.C.I.

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES : 21.02.2006.

VERWENDUNG : Gesellschafts- und Begleithund.

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 9 Gesellschafts- und Begleithunde.
Sektion 1 Bichons und verwandte Rassen.
Ohne Arbeitsprüfung.

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Diese Rasse stammt aus der westlichen Mittelmeergegend und hat sich entlang der spanischen und italienischen Meeresküste entwickelt. Offenbar wurden diese Hunde frühzeitig durch italienische Überseekapitäne in Kuba eingeführt. Irrtümlicherweise hat die am häufigsten vorkommende Havanna-Farbe (tabakfarben) dieser Hunde dazu verleitet, Havanna, die Hauptstadt von Kuba, als Ursprungsort anzunehmen. Infolge unglücklicher Umstände sind indessen alle alten Havaneser-Blutlinien in Kuba ausgestorben; anscheinend konnten jedoch einzelne Hunde aus Kuba herausgeschmuggelt werden; ihre Nachkommen überleben in den USA.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Der Havaneser ist ein kleiner, kräftiger, niederläufiger Hund; sein Haar ist lang, üppig, weich und vorzugsweise gewellt. Sein Gangwerk ist lebhaft und elastisch.

WICHTIGE PROPORTIONEN :Die Länge des Fangs von der Nasenspitze zum Stop entspricht der Länge des Schädels vom Stop zum Hinterhauptstachel. Das Verhältnis zwischen der Körperlänge (gemessen zwischen Buggelenk und Sitzbeinhöcker) und der Widerristhöhe beträgt 4:3.

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Speziell aufgeweckt und leicht zum Alarm gebenden Hund zu erziehen; liebevoll und fröhlich, anziehend, bezaubernd, spielerisch, sogar etwas närrisch. Er liebt Kinder und spielt unentwegt mit ihnen.

KOPF : Mittelgroß; das Verhältnis der Länge des Kopfes zur Länge des Rumpfes (vom Widerrist bis zum Rutenansatz gemessen) beträgt 3:7.

OBERKOPF
Schädel : Flach bis sehr wenig gewölbt, breit; Stirn wenig ansteigend; von oben gesehen ist der Schädel hinten abgerundet, an allen anderen Seiten fast gerade und viereckig.
Stop : Mässig ausgeprägt.

GESICHTSSCHÄDEL
Nasenschwamm : Schwarz oder braun.
Fang : Er verjüngt sich leicht und progressiv gegen den Nasenschwamm zu; nie spitz oder stumpf.
Lefzen : Dünn, trocken, gut anliegend.
Kiefer / Zähne : Scherengebiss. Ein vollständiges Gebiss ist erwünscht; das Fehlen der PM 1 (Prämolaren 1) und der M3 (Molaren 3) wird geduldet.
Backen : Sehr flach, nicht vorstehend.
Augen : Ziemlich groß, mandelförmig, so dunkelbraun wie möglich. Ausdruck freundlich. Die Umrandung des Auges soll dunkelbraun bis schwarz sein.
Ohren : Relativ hoch angesetzt; sie fallen längs der Backen und bilden eine unauffällige Falte, die sie leicht anhebt; sie laufen wenig spitz aus; sie sind von langen Fransen besetzt. Weder windmühlenartig abstehend noch dicht an den Backen anliegend.
HALS : Von mittlerer Länge.

KÖRPER : Die Länge des Körpers übertrifft um weniges die Widerristhöhe.
Oberlinie : Gerade, über den Lenden leicht gewölbt.
Kruppe : Gut abfallend.
Rippen : Gut gewölbt.
Untere Profillinie und Bauch : Gut aufgezogen.

RUTE : Hoch getragen, entweder in Form eines Krummstabs oder, vorzugsweise, über dem Rücken gerollt; die Befederung ist lang und seidig.

GLIEDMASSEN

VORDERHAND : Vorderläufe gerade und parallel, trocken; gute Knochenstruktur. Der Abstand vom Boden bis zum Ellenbogen soll denjenigen zwischen Ellenbogen und Widerrist nicht übertreffen.

HINTERHAND : Gute Knochenstruktur; mäßige Winkelung.

PFOTEN : Leicht länglich in ihrer Form, klein; Zehen eng aneinander- liegend.

GANGWERK : Der Bewegungsablauf beim Havaneser ist seinem fröhlichen Wesen entsprechend auffällig leichtfüssig und elastisch. Die gerade nach vorne gerichteten Vorderläufe bewegen sich frei, während die Hinterläufe in gerader Linie für den nötigen Schub sorgen.

HAARKLEID

HAAR : Das wollene Unterhaar ist schwach entwickelt, oft ganz fehlend. Das Deckhaar ist sehr lang (12 - 18 cm bei einem erwachsenen Hund), weich, glatt oder gewellt und kann lockige Strähnen bilden. Jedwede Zurechtmachung, jedes Ausgleichen der Länge der Haare mit der Schere und jede Art von Trimmen sind verboten.
Ausnahme : die Säuberung der Haare an den Pfoten ist zulässig; die Haare auf der Stirne dürfen leicht gekürzt werden, damit sie die Augen nicht bedecken; auch die Haare am Fang dürfen leicht gekürzt werden, aber vorzugsweise belässt man sie in ihrer natürlichen Länge.

FARBE : Selten vollständig reinweiß, falbfarben in verschiedenen Tönungen (leicht schwarz gewolkt ist zulässig), schwarz, havanna-braun, tabakfarben, rötlichbraun, Flecken in den erwähnten Farben sind zulässig.

GRÖSSE :
Widerristhöhe : 23 bis 27 cm.
Toleranz : von 21 bis 29 cm.

FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

SCHWERE FEHLER :
Allgemeines Erscheinungsbild atypisch.
Fang spitz oder stumpf, nicht gleich lang wie der Schädel.
Raubvogelaugen; Augen zu tief eingesetzt oder vorstehend; Umrandung der Augen teilweise depigmentiert.
Körper zu lang oder zu kurz.
Rute gerade, Rute nicht hoch getragen.
Vorderläufe in « französischem Stand » (Vorderfußwurzel eng-stehend, Pfoten nach außen gedreht).
Missgebildete Hinterpfoten.
Haar hart, zu wenig üppig; kurzes Haar außer bei den Welpen; zurechtgemachtes Haar.

AUSSCHLIESSENDE FEHLER :
Aggressiv oder ängstlich.
Nasenschwamm depigmentiert.
Vorbiss oder Rückbiss
Entropium, Ectropium; Umrandung eines oder beider Augen depigmentiert.
Über- oder Untergröße.

Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.

N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.


Alle Texte, Fotos und Grafiken dieser Homepage unterliegen dem Copyright von Eva Kaftan. Die Nutzung oder Reproduktion dieser Web- Seite ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors erlaubt!